Ein harter Sport und undurchschaubar denken sich viele. Eine Horde ausgepolsterter Wahnsinniger, die einem Ei nachjagen und denjenigen, der gerade ein solches in der Hand hält, kurzerhand verprügeln. Das dauert oft nur zwei Sekunden, dann kugeln 20 Leute auf einem Haufen herum und bis zum nächsten Spielzug dauert es fünf Minuten.

Solche und ähnliche Sprüche hört man vom Großteil derer, die man zu American Football befragt. Doch je mehr man sich mit dieser attraktiven Sportart beschäftigt, desto mehr wird man in ihren Bann gezogen. Und so haben wir versucht, ihnen diese rassige Sportart im Überblick kurz zu erklären und dadurch vielleicht auch etwas näher zu bringen.

Das Spiel findet auf einem Platz statt, der 120 Yards lang und 50 Yards breit ist (was in etwa den Ausmaßen eines Fußballfeldes entspricht). Alle zehn Yards wird dieser von einer Linie quer über das Spielfeld unterteilt. Die Mittellinie teilt das Spielfeld in jeweils sechs mal zehn Yards lange Hälften. Die letzten Abschnitte an jeder Seite bilden die Endzonen, so dass das eigentliche Spielfeld, in dem die Spielzüge stattfinden, 100 Yards lang ist.

Jedes Team hat 11 Spieler auf dem Feld und kann insgesamt pro Match bis zu 50 Spieler einsetzen. Im Regelfall hat eine Mannschaft spezialisierte Angreifer – die Offense, spezielle Verteidiger – die Defense und sogenannte Special Teams, welche zum Beispiel zu Beginn jeder Spielhälfte und nach jedem Punktgewinn auf das Feld kommt. Doch dazu später.

Die Mannschaft, die in Ballbesitz ist, hat ihre Offense auf dem Feld, das verteidigende Team die Defense. Spieler können nach jedem Spielzug in beliebiger Anzahl ausgetauscht werden.

Für Recht und Ordnung am Spielfeld sorgen zwischen vier und sieben Schiedsrichter.

Ziel des Spieles ist es nun, den Ball in die Endzone des Gegners zu tragen oder ihn dort unter Kontrolle zu bringen: Touchdown!

Das Spiel beginnt damit, dass ausgelost wird, wer den Kick Off durchführt.

Nun kommen Special Teams auf den Platz. Der Ball wird vom Kick Off Cover Team auf der eigenen 30-Yards-Linie aufgelegt und vom Kicker so weit wie möglich in die gegnerische Spielhälfte gekickt. Das Kick Off Return Team der gegnerischen Mannschaft steht meist in mehreren Linien über den Rest des Platzes verteilt, am weitesten vom Kicker entfernt der (oder die) Returner. Dieser fängt den gekickten Ball, läuft Richtung gegnerische Endzone und versucht, geschützt durch die eigenen Mitspieler, welche die Gegner wegblocken, möglichst viel Raumgewinn zu erzielen.

Von dem Punkt weg, an dem der Returner zu Fall gebracht (getackelt) wird, beginnt das eigentliche Spiel. Die Special Teams haben nun ihre Aufgabe mehr oder weniger gut erfüllt und die Mannschaft, die den Ball aufgenommen hat, bringt ihre Offense auf das Feld, die Mannschaft, die den Kick Off durchgeführt hat, ihre Defense.

Die Offense hat nun – wir erinnern uns – von dem Punkt weg, an dem der Returner getackelt wurde, vier Spielzüge (Downs) Zeit, zehn Yards Raumgewinn zu erzielen. Dazu wird vor jedem Spielzug ein Huddle durchgeführt, in dem der Quarterback seinen Mitspielern den nächsten Spielzug und die jeweilige Aufstellung der Offense erklärt. Dazu hat er 25 Sekunden Zeit.

Wenn die Offense den Spielzug verstanden hat, stellt sie sich dort auf, wo der Ball an dem Punkt aufgelegt wurde, an dem der Returner zu Boden ging. Ist dieser Punkt zu nahe am Spielfeldrand, wird der Ball von den Schiedsrichtern mehr in die Mitte des Spielfeldes gelegt, also quasi seitlich verschoben, aber er bleibt in gleicher Entfernung zur gegnerischen Endzone. Diese gedachte Linie über die gesamte Breite des Spielfeldes, an der der Ball zu Beginn des Spielzuges liegt, nennt man auch die Anspiellinie oder Line of Scrimmage. Sie ist insofern wichtig, als dass sie kein Spieler vor dem Beginn des Spielzuges überschreiten darf. Der Spielzug beginnt dann mit der Ballübergabe (Snap) des Centers an den Quarterback. Außerdem müssen immer sieben Offense-Spieler an der Line of Scrimmage stehen, egal in welcher Aufstellung die Offense spielt.

Der Spielzug beginnt also damit, dass der Center den Ball zwischen seinen Beinen hindurch an den Quarterback weitergibt oder nach hinten wirft. Die Offense versucht nun, durch einen bestimmten Spielzug möglichst viel Raumgewinn zu erzielen. Der Ball kann dazu von einem Spieler des Offensive Backfields nach vorne getragen werden oder er wird vom Quarterback nach vorne gepasst zu einem Spieler, der sich freigelaufen hat. Grundsätzlich hat die Offense vier Versuche, um zehn Yards weit zu kommen. Gelingt es ihr, bekommt sie vier weitere Versuche für die nächsten zehn Yards. Dies geht so lange, bis entweder ein Touchdown erzielt wird oder die Offense die zehn Yards Raumgewinn nach dem vierten Versuch nicht erzielen konnte. Dann wechselt das Angriffsrecht.

Da American Football aber ein ausgesprochen von Taktik geprägtes Spiel ist, versuchen die Teams natürlich, es sich gegenseitig möglichst schwer zu machen. Das sieht in der Praxis so aus, dass eine Offense, die nach dem dritten Versuch nur relativ wenig Yards Raumgewinn erzielt hat und davon ausgeht, dass sie nach dem vierten Versuch den Ball an den Gegner abgeben wird müssen, zumindest erreichen will, dass die gegnerische Offense möglichst weit weg von der eigenen Endzone mit ihren ersten vier Versuchen beginnt. Daher wird im vierten Versuch meistens kein normaler Spielzug durchgeführt, sondern der Ball durch einen Punt (das ist ein Kick ähnlich einem Tormann-Abschlag im Fußball) möglichst weit in Richtung der gegnerischen Endzone gekickt. Kommt der Ball im Feld herunter, versucht der Punt-Returner des gegnerischen Teams nun, den Ball so weit wie möglich nach vorne zu tragen. Kommt der Ball in der Endzone zum Liegen, nennt man das einen Touchback. Die gegnerische Offense beginnt dann mit ihrem ersten Spielzug an der eigenen 20-Yards-Linie.

Wenn der Returner erkennt, dass die Spieler des kickenden Teams schon sehr nahe sind und er den Ball nicht mehr nach vorne tragen kann, darf er durch schwenken eines Armes über dem Kopf anzeigen, dass er den Ball nur fangen, aber nicht nach vorne tragen möchte. Er zeigt also einen Fair Catch an, fängt den Ball, ohne dass die Gegner ihn berühren dürfen und der erste Spielzug seiner Offense beginnt dann von dem Punkt weg, wo er den Ball gefangen hat.

Und so wogt ein American Football Spiel vier mal zwölf Minuten reine Spielzeit hin und her. Nach jedem Viertel werden die Seiten gewechselt und jede Halbzeit fängt mit einem Kick Off an.

Dabei helfen die sehr strengen Regeln mit, Verletzungen der Spieler zu vermeiden. So sind Schlagen, Treten, einen Gegner in den Rücken blocken, beißen, kratzen und spucken verboten und werden ebenso als Personal Foul geahndet, wie der Griff in das Gesichtsgitter eines Gegenspielers. Im American Football werden alle Fouls mit Raumverlust bestraft. Ein Personal Foul hat dabei für die Mannschaft, deren Spieler das Foul begangen hat, 15 Yards Raumverlust zur Folge und führt somit zum Beispiel automatisch zu einem neuen First Down für die angreifende Mannschaft, wenn die Defense das Foul verursacht hat. Ebenfalls 15 Yards Raumverlust gibt es für ein Vergehen, welches Pass Interference genannt wird. Eine der eisernen Regeln des Footballsportes ist, dass ein geworfener Ball, der sich in der Luft befindet, frei ist. Das heißt, sowohl ein Offense- als auch ein Defense-Spieler haben das gleiche Recht, den Ball zu fangen. Greift also ein Spieler nach einem Ball, um ihn zu fangen, darf ihn ein Gegner dabei nicht behindern. Tut er es dennoch, indem er ihn zum Beispiel am Arm festhält, so kassiert seine Mannschaft 15 Yards Raumverlust als Strafe dafür.

Es gibt eine Vielzahl von Vergehen, die alle mit unterschiedlichen Raumverlusten bestraft werden, deren Aufzählung hier aber zu lang wäre. Die Schiedsrichter brechen jedoch in den wenigsten Fällen das Spiel im Moment des Fouls ab. Das Foul selbst wird daher zunächst nur einmal dadurch angezeigt, dass der Schiedsrichterein knallgelbes Tüchlein (Flag) auf das Spielfeld wirft. Ist der Spielzug zu Ende, beraten sich die Schiedsrichter über das Foul und der Referee zeigt durch Handzeichen das Vergehen an. Der Ball wird vom Schiedsrichter den Regeln entsprechend nach vorne oder hinten gelegt und der Versuch wird wiederholt. Die gefoulte Mannschaft hat aber das Recht, die Strafe abzulehnen, wenn dies taktisch sinnvoll erscheint. Dann wird so weitergespielt, als ob nichts geschehen wäre.

Wie kommt man nun aber zu Punkten in einem American Football Spiel?

Gelingt es einer Mannschaft, den Ball in die Endzone des Gegners zu tragen oder diesen dort unter Kontrolle zu bringen, nennt man das Touchdown und die Mannschaft erhält dafür sechs Punkte.

Gar nicht selten kommt es dabei vor, dass zum Beispiel der Ballträger, wenn er getackelt wird, aufgrund der Härte des Kontaktes den Ball verliert. Das wird ein Fumble genannt. Der Ball ist nun ein freier Ball und kann von jedermann aufgenommen werden, also auch von einem Defense-Spieler, der dann auch einen Touchdown erzielen kann.

Genauso kann es passieren, dass ein Verteidiger einen geworfenen Ball abfängt (Interception) und ebenfalls einen Touchdown erzielt.

Nach einem Touchdown erhält die punktende Mannschaft einen weiteren Versuch an der 3-Yards-Linie des Gegners. Sie kann nun in dem einen Versuch den Ball wie bei einem Field Goal (siehe unten) versuchen, zwischen die beiden Torstangen zu schießen und erhält dafür einen Extrapunkt. Oder sie versucht erneut, den Ball in die Endzone des Gegners zu bringen und erhält dafür zwei Punkte. Dies nennt man auch eine Conversion.

Weiter zu Punkten kommt die angreifende Mannschaft durch das so genannte Field Goal. Dies wird dann versucht, wenn das angreifende Team zwar relativ knapp vor der gegnerischen Endzone steht, aber entweder im dritten Versuch kein neues First Down (also eine neue Serie mit vier Versuchen) oder keinen Touchdown erzielen konnte.

Bei einem Field Goal wird der Ball vom sogenannten Longsnapper nach hinten zu einem Holder geworfen, der dann den Ball für den Kicker aufstellt. Dieser versucht nun, den Ball zwischen die Torstangen des Gegners zu schießen. Gelingt dies, so erhält sein Team dafür drei Punkte.

Nach einem Touchdown oder Field Goal wird der Ball von der Mannschaft, die die Punkte erzielt hat, wieder mittels eines Kick Offs ins Spiel gebracht, so dass die gegnerische Mannschaft wieder in Ballbesitz kommt.

Die letzte Möglichkeit, Punkte zu erzielen, ist der so genannte Safety. Ein Safety wird erzielt, wenn ein Offense-Spieler in seiner eigenen Endzone mit dem Ball in der Hand zu Fall gebracht wird. Die Defense erhält dafür zwei Punkte. Nach einem Safety muss die Mannschaft, die den Safety zugelassen hat, den Ball auch noch abgeben durch einen sogenannten Free Kick.

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